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Steven Cohen »Put your heart under your feet... and walk!«. Foto von Pierre Planchenault
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Kurt Hentschläger & Ulf Langheinrich / Granular Synthesis »Modell 5«. Courtesy von Kunstverein Hannover e.V.
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Akemi Takeya »ZZremix«. Foto von Helmut Prochart
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Ellen Furey & Malik Nashad Sharpe »SOFTLAMP.Autonomies«. Foto von Ian Douglas
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Nasa4Nasa »Suash«. Foto von Luc Depreitere

The Ultimate Guide to ImPulsTanz Festival 2019

July 2, 2019
Text by Wera Hippesroither
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Steven Cohen »Put your heart under your feet... and walk!«. Foto von Pierre Planchenault

Vom 11. Juli bis 11. August findet heuer zum 35. Mal das ImPulsTanz Festival statt. Wera Hippesroither empfiehlt 14 Highlights!

Michael Laub / Remote Control Productions: Rolling

Bereits 2017 zeigte Laub mit »Fassbinder, Faust and the Animists« eine aus Filmzitaten gespeiste Choreographie. Auch in Rolling überschneidet sich Film wieder mit Tanz und bei den knapp 200 Filmzitaten aus afrikanischen, europäischen, asiatischen und amerikanischen Produktionen können Cineasten mitraten.

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch: Masurca Fogo

Ein Stück des Tanztheater Wuppertal sollte sich niemand entgehen lassen, denn hier trifft zeitgenössischer Tanz auf einmaligen Humor. Masurca Fogo, in Lissabon entstanden, wurde im April 1998 uraufgeführt und ist eine der nach Bausch’ Tod vom Ensemble weitergeführten und neu einstudierten Inszenierungen. Im Burgtheater sind nun das ikonische Kostüm mit den roten Luftballons und das Bühnenbild von Peter Pabst als österreichische Erstaufführung zu bewundern.

Steven Cohen: Put your heart under your feet… and walk!

Der Titel von Cohens aktueller Arbeit war der Rat seiner Ersatzmutter auf die Frage, was er nach dem Tod seines Lebenspartners machen solle. Put your heart under your feet… and walk! ist Trauerarbeit in Form einer phantastischen Choreographie, die Verstorbene als Lebende behält. Ergänzt wird die Performance von Leonard Cohens unverkennbarem Gesang. Unter dem Titel Taste ist zudem eine filmisch-performative Intervention des südafrikanischen Performancekünstlers im Leopold Museum zu sehen.

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Kurt Hentschläger & Ulf Langheinrich / Granular Synthesis »Modell 5«. Courtesy von Kunstverein Hannover e.V.

Kurt Hentschläger & Ulf Langheinrich / Granular Synthesis: Modell 5

Die Installation Modell 5 wurde bereits vor 25 Jahren präsentiert, nun ist der Medienkunst-Klassiker auf der Bühne des Odeon zu sehen. In den 90ern interessierte Granular Synthesis vor allem die Beziehung des Menschen zum elektronischen Bild, die sich seitdem rasant entwickelt hat und heute unter neuen Vorzeichen gelesen werden muss. Das Abbild der Tänzerin Akemi Takeya wird in seine Einzelteile zerlegt und geht im Soundsturm auf, die Grenzen zwischen Körper, Bild und Musik verschwimmen.

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Akemi Takeya »ZZremix«. Foto von Helmut Prochart

Akemi Takeya: ZZremix

Die aus Japan stammende Choreographin und Tänzerin zeigte mit »ZZ« 2003 zum ersten Mal ihre Auseinandersetzung mit dem menschlichen Atem. ZZremix ist eine Neubearbeitung, quasi ein musikalischer Remix, der die persönliche künstlerische Entwicklung der Tänzerin berücksichtigt und Takeyas Erfahrungen als Migrantin innerhalb eines global immer rauer werdenden politischen Klimas miteinbezieht. Zwischen Schweigen und Noise wird ZZremix durch Klangexperimente von Peter Kutin und Moritz Nahold ergänzt.

Frank Willens: Radiant Optimism

Es ist nicht alles schlecht! Also vielleicht schon. Aber Willens hat ein Rezept dagegen. Gestützt auf Noam Chomskys Idee, dass auch unter düsteren Vorzeichen eine bessere Zukunft geschaffen werden kann, setzt Radiant Optimism der vorherrschenden politischen Situation eine freudenvolle und optimistische Choreographie entgegen, die an eine Verbesserung der Verhältnisse glaubt und für Optimismus plädiert.

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Ellen Furey & Malik Nashad Sharpe »SOFTLAMP.Autonomies«. Foto von Ian Douglas

Ellen Furey & Malik Nashad Sharpe: SOFTLAMP.Autonomies

Das Duo Furey und Sharpe geht von der Vaporwave Ästhetik aus, um in SOFTLAMP.Autonomies einen egalitären Raum zu schaffen, der frei von Zwängen ist und auch das Oszillieren zwischen Geschlechteridentitäten zulässt. Unisono mit Yung Hurns eingängigen Lyrics entsteht ein Trance-artiger und hypnotischer Tanz, der als politische Auflehnung mit den ästhetischen Mitteln einer heutigen Jugend gelesen werden kann.

Wim Vandekeybus / Ultima Vez: Go figure out yourself

Der belgische Impulstanz-Veteran zeigt seine aktuelle Arbeit Go figure out yourself, die um Fragen von Führung und Mitläufertum kreist. In der von Vandekeybus selbst als kollektives Happening bezeichneten Performance wird nicht mehr zwischen PerformerIn und Publikum unterschieden: die TänzerInnen kommen nahe, berühren und verleiten, was einen Spielraum zwischen Mitmachen und Manipulation eröffnet und immer wieder aufs Neue die Frage aufwirft: Wie weit kann man gehen?

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Nasa4Nasa »Suash«. Foto von Luc Depreitere

Nasa4Nasa: Suash

Die Formensprache der beiden ägyptischen Tänzerinnen Noura Seif Hassanein und Salma Abdel Salam ist gespickt von sportlichen Motiven und auch ihre Bühne ist es: Suash wird auf einem Squashcourt getanzt. Sportliche Präzision im Duett und knallrote Leotards, die an Gymnastik erinnern, ergeben in Kombination mit zeitgenössischen Clubsounds eine intensive Performance.

Außerdem:

Von Mette Ingvartsen sind gleich mehrere Stücke zu sehen, Ivo Dimchev gibt wieder ein Selfie Concert, Trajal Harrell ein Solo und im Kino wie noch nie ist Wim Wenders’ Tanzfilm Pina zu sehen. Extratipp: Alleyne Dances A night’s game im Odeon.

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LAX BAR, Christoph Meier, Ute Müller, Robert Schwarz, Lukas Stopczynski, 2019, Wiener Festwochen, Wien. Foto von Ute Müller

Goodbye LAX BAR!

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