pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner
Foto von Marie Haefner
pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner
Foto von Marie Haefner
pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner
Foto von Marie Haefner

Rosa Anschütz: »Ich unterhalte mich gerne mit meinen Maschinen«

May 12, 2019
Text by Christian Glatz
pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner
Foto von Marie Haefner

Rosa Anschütz arrangiert elektronische und analoge Klänge mit einer streicherhaft eingesetzten Stimme und entwickelt daraus persönliche Musikstücke, die an Post-Punk erinnern, sich aber dem Retro verweigern. Vor der Veröffentlichung ihrer EP »Rigid« auf Quiet Love Records spricht die transmediale Künstlerin in einem Email-Interview über Songwriting und Musik als Sprache.

Deine Musik wirkt melancholisch, mitunter sogar dramatisch. Welche Rolle spielt dabei der Hall, den du oft als Effekt verwendest?

Das Erzeugen von mehr Volumen durch Effekte und Hall, gibt mir den Freiraum, in dem ich mehr sehr wohl fühle, es erzeugt andere Räumlichkeiten oder Auswege.

Deine Stimme wird von dir sehr instrumental eingesetzt. Betreibst du auch lyrisches Songwriting?

Durchaus, die Worte haben einen Aufbau. Einige Texte haben etwas mehr Vorlauf in ihrer Struktur, andere geben sich spontan und fügen sich ganz schnell zusammen.

pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner
Foto von Marie Haefner

Wie sieht dein Arbeitsprozess aus?

Die Herangehensweise ist unterschiedlich, Songwriting entsteht zu Hause über Kopfhörer, die mit meinem ganzen Equipment angeschlossen sind. Auf Reisen, beim Warten. Texte sind spontan. Und manchmal gehe ich von einem visuellen Bild aus, das ich vertonen möchte.

Ist das Musikersein mit einer gewissen Introvertiertheit verbunden?

Nicht zwangsläufig. Ich habe aber schon meine Gründe die Musik als Ausdruck zu wählen, sonst könnte ich auch einfach so darüber sprechen. Ich unterhalte mich gerne mit meinen Maschinen.

Was bedeutet dein Umzug von Berlin vor zwei Jahren nach Wien als Künstlerin für dich?

Mit Wien bin ich sehr glücklich, ich empfinde die viel kleinere Szene als einen großen Vorteil, um meine Musik weiterzuentwickeln. Auch mein Studium in der Klasse für Transmediale Kunst an der Angewandten nimmt Einfluss auf die Produktion. Mein Studio ist nach wie vor in Berlin, ich bin ständig am pendeln, habe also zwei Standorte.

Wie wirkt sich dein Kunststudium auf deine Produktionsweise aus?

Mein Studium lässt mich Musik viel körperlicher betrachten und auf sie unterschiedlich Bezug nehmen. Durch das Verknüpfen von meinen visuellen Arbeiten mit meinen Tracks besteht da zwangsläufig eine Symbiose. Für meine EP hab ich zum Beispiel ein Video gebaut und auch das Cover designt.

pw-magazine-vienna-rosa-anschuetz-marie-haefner
Foto von Marie Haefner

Hast du eine Vorstellung von einem Ort, an dem du deine Musik verorten würdest?

Ich mag gerade den Aspekt von Musik, dass ich sie überall hin mitnehmen kann, sie so universell ist. Die schönsten Erfahrungen habe ich bei Konzerten im Ausland gemacht. Musik als Sprache zu haben, vermittelt einem eine sehr weite Perspektive auf die Welt. Da ich sehr in meiner Musik wohne, bin ich vielleicht dieser Ort.

Gibt es andere KünstlerInnen mit denen du dich austauscht, die du als Geistesverwandte bezeichnen würdest?

Auf jeden Fall. Im Jahr 2016 gab ich mein erstes Konzert in Tokyo und teilte mir eine Bühne mit der Musikerin Julia Shortreed. Sie kam mich daraufhin in Berlin besuchen und im August 2017 tourten wir mit dem Musiker Hiraku Yamamoto durch Japan. Wir haben auch weiterhin sehr viel Kontakt und tauschen uns aus.

Bald erscheint auf dem Label Quiet Love Records deine EP. Was kannst du uns darüber erzählen?

Das wird mein erstes Release sein. »Rigid« besteht aus vier Tracks, die ich zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten geschrieben habe – im ständigen Wechsel zwischen Berlin und Wien.

Next article

pw-magazine-vienna-christian-kosmas-mayer-mumok-museum
Christian Kosmas Mayer. Aeviternity, mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 23. Februar bis 16. Juni 2019. Foto von Marie Haefner

Christian Kosmas Mayer: »Der ganze Körper wird in dieser Ausstellung aktiviert«

About

PW-Magazine is a bilingual online magazine for contemporary culture.