Young Art Spaces SORT by Laura Schaeffer Young Art Spaces SORT by Laura Schaeffer
Foto von Laura Schaeffer
Young Art Spaces SORT by Laura Schaeffer Young Art Spaces SORT by Laura Schaeffer
Katharina Höglinger und Myles Starr. Foto von Laura Schaeffer

Vienna Art Spaces: SORT

May 9, 2018
Text by Marie-Claire Gagnon & Amar Priganica
Young Art Spaces SORT by Laura Schaeffer
Foto von Laura Schaeffer

In der Reihe Vienna Art Spaces gibt das PW-Magazine einen Einblick in die dynamische Landschaft der jungen Räume für zeitgenössische Kunst in Wien.

Young Art Spaces SORT by Laura Schaeffer
Katharina Höglinger und Myles Starr. Foto von Laura Schaeffer

Wie ist SORT entstanden? Worin lag die Motivation einen Kunstraum zu eröffnen?

Myles Starr: SORT ist Ende 2016 durch einen Zufall entstanden. Ich habe gerade an der Ausstellung Merlin gearbeitet. Zu dieser Zeit war ich auch auf der Suche nach einer Wohnung und da hat sich ergeben, dass ich in eine architektonisch total super WG mitten im 1. Bezirk einziehen konnte – das jetzige SORT. Ich war von den Räumlichkeiten sofort so begeistert, dass ich wusste: Eigentlich muss das der Raum für die Ausstellung sein. Daraus wurde dann unser Offspace. Merlin zu kuratieren war eine spannende Erfahrung für mich als Künstler. Daher kam dann auch die Motivation weiterzumachen.

Katharina Höglinger: Myles hat mich letztes Jahr eingeladen eine Ausstellung im SORT zu kuratieren, Counter Parts mit Grazyna Roguski und Leah Dixon - und dann bin ich geblieben.

Was sind eure Aufgaben bei der SORT?

MS: Kathi ist Kaiserin.

KH: Und Myles is the Kaiser. (lacht)

Wie positioniert ihr SORT in der Wiener Kunstszene? Was macht euren Kunstraum besonders und wie grenzt ihr euch ab?

MS: SORT greift lose eine Idee des Sortierens auf - Materialien, Identitäten, Praktiken. Wir streben nicht unbedingt nach einer Einzelstellung, und besonders nicht nach Abgrenzung. Es geht mehr darum interessantes Programm und schöne Zusammenarbeiten mit KünstlerInnen, KuratorInnen und DenkerInnen zu schaffen, gerne auch mit anderen Räumen und AkteurInnen im Austausch – wie z.B. bei unserer nächsten Ausstellung Do you have an innie or an outtie?.

KH: Für mich persönlich ist ein wichtiger Grund einen artist run space zu betreiben, dass ich mich in diesem Spielraum mit der Frage beschäftigen kann: In welchen Diskurs/Kontext möchten wir uns einbringen und wo/von wem wird dieser erzeugt. Wir sehen uns definitiv nicht als Outsider, möchten aber doch ständig hinterfragen, wie, wer, wo und warum. Das geht in dieser halbwegs unabhängigen Situation vielleicht am besten. Was den Raum schon auch ziemlich abhebt, ist dass Myles darin schläft. Da steht dann ein Bett auf Rollen. Das liebe ich besonders.

Was können wir in der Zukunft erwarten?

MS & KH: Am 9. Mai eröffnen wir unsere nächste Ausstellung, eine Gruppenausstellun: Do you have an innie or an outtie?. Please come!

Worauf setzt ihr euren Fokus bei der Auswahl der KünstlerInnen bei SORT?

MS & KH: Wir sind ziemlich objektbezogen. Zuallererst suchen wir die KünstlerInnen nach deren Arbeiten aus. Das ist ehrlich gesagt schon so bisschen eine “Desire”-Geschichte. Und wir verwenden SORT um KünstlerInnen zu erreichen, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten wollen, sei es weil sie sowas wie Idole für uns sind oder aus ganz persönlichen, auch mal emotionalen Gründen.

Gibt oder gab es bisher irgendwelche Schwierigkeiten oder Probleme – seien es die Behörden oder die allgemeine Stimmung in Wien?

MS & KH: Nein, nur da wir in einer Wohnung sind schließen wir immer pünktlich und haben im Space noch nie eine Party weitergefeiert. Und die politische Situation ist ja bekannt und wird uns wahrscheinlich alle in irgendeiner Form betreffen. Aber vielleicht entsteht dadurch auch mehr Zusammenhalt, falls man was positives dran sehen mag.

Warum ist gerade Wien aktuell so ein spannender Ort um Ausstellungen zu gestalten?

MS: Ich komme aus New York und ich könnte mir nie vorstellen, dass wir uns dort sowas wie hier das SORT leisten könnten. Wien ist eine gemütliche, dennoch große Stadt und bietet ein echt großes Angebot an Möglichkeiten. Und besonders interessant für mich als Amerikaner ist auch, dass in Wien Offspaces eigentlich fast eine zweite Funktion als Bars haben, das finde ich auch sehr speziell. Auch diese Tradition der Wiener KünstlerInnen skulpturale Bars zu bauen und – wie wir jetzt auch – Ausstellungen in Räumen mit Parkettboden zu zeigen.

KH: Für mich ist Wien als Stadt an sich nicht so relevant – und ich denke von Wien jetzt auch nicht als wichtige Kunstmetropole. Aber ich fühle mich in der Wiener Kunstszene sehr wohl und ich mag die Mischung aus Unzugänglichkeit und gleichzeitiger Abhängefreude der Leute hier. Und ich liebe diesen Überschuss an alternativen Kunsträumen, die eine riesige Bandbreite an Kunstdiskurs abdecken. Das liegt sicher auch an einer finanziellen Situation, aber nicht nur. Ich persönlich würde die Dinge in künstlerischer Hinsicht aber wahrscheinlich überall recht ähnlich angehen, vielleicht nicht in NY & Co $$$. Aber ich ziehe sowieso eher nicht weg, weil Wien fürs alltägliche Leben so gemütlich ist. 

SORT
Bäckerstraße 7
1010 Wien
www.sortvienna.com

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Photo by Tyler Jones

Umfang: Techno, Expansive and Great

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PW-Magazine is a Vienna-based online magazine for contemporary culture. By giving voice to a wide array of cutting-edge personas in art and culture, the magazine promotes diversity and a broad mix of artistic expression. The editorial team is tasked not only with reflecting current cultural production, but also with creating new visual content. The platform works with open structures and attaches great importance to collaborations that create new links between cultural creators and the public.
PW-Magazine was founded in May 2016 by Christian Glatz and Phil Koch.

Contact

editorial@pw-magazine.com

Team

Marie-Claire Gagnon
Christian Glatz
Ada Karlbauer
Phil Koch
Amar Priganica
Julius Pristauz
Laura Schaeffer

Authors

Hannah Christ
Elisabeth Falkensteiner
Wera Hippesroither
Juliana Lindenhofer
Pia-Marie Remmers
Alexandra-Maria Toth