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Unbearable Darkness. Photo by Brandon Tay and Choy Ka Fai

The Ultimate Guide to ImPulsTanz Festival 2018

July 11, 2018
Text by Wera Hippesroither
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Unbearable Darkness. Photo by Brandon Tay and Choy Ka Fai

Vom 12. Juli bis 12. August findet heuer zum 34. Mal das ImPulsTanz Festival statt. Wera Hippesroither empfiehlt 9 Programmpunkte!

Jaha Koo: Cuckoo

Der Südkoreaner Jaha Koo bringt gehackte Reiskocher der populären Marke Cuckoo zum Sprechen und unternimmt mit ihnen eine Reise durch die jüngste Geschichte Koreas. Im gemeinsamen Dialog geht es um die Zusammenhänge von Kapitalismus, gesellschaftlichem Leistungsdruck und Vereinsamung einer jungen Generation. Cuckoo tourt seit einem Jahr durch Europa und ist nun erstmals in Wien zu sehen.

Choy Ka Fai: UnBearable Darkness und Dance Clinic

Choy Ka Fai arbeitet in seinen Performances meist multimedial und eröffnet so neue Erfahrungsräume. Die von ihm als paranormal beschriebene Performance UnBearable Darkness lässt den Butoh-Pionier Tatsumi Hijikata wiederauferstehen. In Dance Clinic werden die PerformerInnen Florentina Holzinger, Darlene Litaay und Jereh Leung vonn einer Künstlichen Intelligenz untersucht und analysiert.

Begleitend zu UnBearable Darkness wird im Odeon Theater bei freiem Eintritt die Ausstellung The Wind that Cuts the Body gezeigt.

Meg Stuart/Damaged Goods: Solos and Duets

Im diesjährigen Programm gibt es viel von Meg Stuart zu entdecken. Mit ihr kann man eine der wichtigsten TänzerInnen und ChoreographInnen der Gegenwart auf unterschiedliche Weise erleben. Neben drei Performances werden zwei Workshops von und mit Meg Stuart angeboten. Wer sich erstmals mit ihrem künstlerischen Stil vertraut machen möchte, dem/der sei Solos and Duets ans Herz gelegt: Eine Art Retrospektive, in der die Künstlerin auf das eigene Schaffen zurückblickt und ihre wichtigsten Titel als Versatzstücke Revue passieren lässt.

Florentina Holzinger: Apollon und Insect Train

Wer Apollon noch nicht gesehen hat, sollte dies jetzt nachholen. Sehenswert ist auch Insect Train, Holzingers Zusammenarbeit mit Cecilia Bengolea, in der Insekten an der Grenze zwischen Natur und Menschsein performen.

Alex Baczynski-Jenkins: Us Swerve

Drei Performer auf Rollerskates ziehen mehr als drei Stunden lang ihre Kreise in den Mumok Hofstallungen. Warum man sich Us Swerve ansehen sollte? Weil sich die Bewegungen der Drei langsam mit ihren Worten decken, denn indem sie sich näherkommen und wieder voneinander entfernen, geben die Performer bruchstückhafte Gedichte wieder. Diese Worte versetzen in Bewegung, sie haben politische Kraft und stammen von queeren AktivistInnen wie Essex Hemphill oder Eileen Myles.

Trajal Harrell: Caen Amour und In the Mood for Frankie

Der Ballroom-Star Trajal Harrell, der spätestens seit Paris is Burning für seinen exzentrischen Tanzstil bekannt ist, zeigt beim diesjährigen Impulstanz zwei Performances. In Caen Amour nutzt Harrell Gender-Blending und Voguing, um ein exotisierendes Unterhaltungsformat aus dem Amerika der 1870er Jahre zu dekonstruieren. In the Mood for Frankie ist genau wie Choy Ka Fais UnBearable Darkness dem japanischen Butoh-Pionier Tatsumi Hijikata gewidmet und erkundet dessen Tanzwelten.

Ofelia Jarl Ortega: B.B.

B.B. ist eine ortsspezifische und installative Performance, die an verschiedenen Orten in einer speziellen Theater- und einer Museumsversion gezeigt wird und mit Live-Musik die Grenzen zu Konzert und Party erkundet.

Christine Gaigg: Meet und V-Trike

Wer Christine Gaiggs Meet noch nicht erlebt hat, kann dies jetzt nachholen. In kleinen Gruppen wird das Publikum in Gaiggs Schlafzimmer gebeten und die Grenze zwischen ZuschauerIn und PerformerIn verschwimmt. In Meet muss gehandelt werden. Was passieren wird, ist offengehalten.

Besonders möchte ich auch V-Trike empfehlen, in der eine Solotänzerin unter den Augen der Choreographin und einer Kamera auf einer klangerzeugenden Metallplatte performt und einen tänzerischen Dialog zwischen den verschiedenen künstlerischen Instanzen und dem medialen Setting erzeugt. Wer hat Macht über die entstehenden Bewegungen?

Ivo Dimchev: A Selfie Concert

Der vielseitige Künstler Ivo Dimchev zeigt neben zwei weiteren Performances ein innovatives Format: In A Selfie Concert werden in einem Konzert-Setting ständig Selfies geschossen. Während Dimchev singt, ist das Publikum dazu eingeladen, sich mit ihm zu fotografieren, was eine mulitmediale Collage entstehen lässt.

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Photo by Laura Schaeffer

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Amar Priganica
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Authors

Hannah Christ
Elisabeth Falkensteiner
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Juliana Lindenhofer
Pia-Marie Remmers
Alexandra-Maria Toth