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Studio Visits: Katharina Höglinger und Stefan Reiterer

March 25, 2017
Text by Alexandra-Maria Toth
Studio Visits Stefan Reiterer Katharina Höglinger Photo by Laura Schaeffer
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Die Malerei als unsterbliche künstlerische Ausdrucksform besitzt die Möglichkeit, zu expandieren, sowie raumfüllend als auch materialspezifisch zu gestalten. Stefan Reiterer lotet die Grenzen der Malerei aus, indem er sich der Entwicklung diverser Veränderungsprozesse widmet, während Katharina Höglinger einen emotional-körperlichen Ansatz verfolgt und ihre Arbeit auf Leinwand, sowie auf Materialen anderer Art überträgt.

Digitale Wirklichkeit: Stefan Reiterer

In Stefan Reiterers Studio finden sich Fragmente raumspezifischer Installationen, große Leinwände neben kleinen Bildern und Kollagen. Jede Arbeit des Künstlers steht in direktem Zusammenhang mit seinen übrigen Werken und offenbart einen positiven Rückkopplungseffekt. Stefan Reiterer (*1988) hegt den Anspruch, den Kontrast zwischen digitalen Darstellungsformen und tatsächlichen Wirklichkeiten kritisch zu hinterfragen. Im Fokus stehen Überlegungen zu Fehlerhaftigkeiten und Wahrheitsgehalt, sowie der künstlerischen Darstellungsmöglichkeit digital produzierter Bildwelten.

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Der gemalte Screenshot

Den Ausgangspunkt bildet die animierte Weltkarte „Google Earth“, ein virtuelles Dienstleistungsprogramm, bereits fehlerhaft in sich selbst, um keinen eindeutigen Anspruch auf die Realität zu erheben. In den wandelnden Satellitenbildern findet Reiterer jene Orte, die er selbst besucht hat, und unterzieht diese einem Verfremdungsprozess. So entstehen zur Unkenntlichkeit verformte organische Landschaften, neue Topographien, die Stefan Reiterer in das Medium der Malerei überträgt, ohne dabei Bildschärfe oder bestehende Fehlerhaftigkeiten zu korrigieren

.

Ein „Screenshot“ einer Nanosekunde oder auch ein flüchtiger Moment, mehr durch Auswahl, als durch Zufall bestimmt und entgegen seiner Kurzlebigkeit akribisch genau auf Leinwand festgehalten. Stefan Reiterer bezeichnet diesen Prozess selbst als „absurd“, da er sich des Resultats nie sicher sein kann. Die Abzeichnung dieser „Nanosekunde“ kann bis zu einem Jahr dauern. In dieser Zeit entstehen vermehrt kleinere Bilder und Kollagen, die wie Ausschnitte der aufwendigen Malerei Reiterers wirken. Ist ein Werk vollendet, erhält es exakt den Namen der ausgewählten Orte. „Damit lasse ich ihnen nach meinem Verfremdungsprozess das Copyright“ so der Künstler. Die Fragwürdigkeit der digitalen Abbildungen, in Zusammenspiel mit Reiterers Verfremdungs- und Abzeichnungsprozess, resultiert in einer positiven Rückkopplung. Die Ursache wird zum Ergebnis; die verformte Landschaft selbst so fremd wie die digitale Welt.
Studio Visits Stefan Reiterer Katharina Höglinger Photo by Laura Schaeffer
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Als Erweiterung seiner künstlerischen Praxis können Reiterers Rauminstallationen gesehen werden: pyramidenartige Holzkonstruktionen, überzogen mit bemalten Stoffbahnen und meterlange Texturen, die spielend einen ganzen Raum ausfüllen können. Digital-reale Umgebungen, herausgelöst aus dem virtuellen Raum und in die Wirklichkeit übertragen, dabei unverkennbar zugehörig seiner verformt visualisierten„Landschaftsbilder“. „Ich beschränke mich nicht auf die Malerei, aber es ist meine bevorzugte Praxis“ so Stefan Reiterer. Seine Arbeiten wirken in Leichtigkeit und Bewegung, ähnlich weich fließender Gewebstexturen, die in den Raum und auf die Leinwand zu fallen scheinen.

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Being alive: Katharina Höglinger

Katharina Höglinger (*1983) arbeitet eng mit einem Konzept von Körper und Gefühl. In ihrer Arbeit geben figurative Darstellungen Befindlichkeiten wieder, ohne dabei als Pathos großer Gefühle zu fungieren. Das Körperliche findet sich nicht nur in ihren Arbeiten, sondern auch im Arbeitsmaterial der Künstlerin. Die Maße ihrer Leinwände überschreiten nie menschliche Größenverhältnisse und ihre Werke überträgt sie ebenso auf Materialen, die einen stoffähnlichen Charakter aufweisen — somit dem Körper nahe sind — wie Polsterbezüge, große Leinentücher oder Pullover. Witzig und subtil, feig und kühn aber auch fragil und transparent. Mit diesen Adjektiven beschreibt Höglinger ihre Kunst. Die abstrakten Figuren zeigen sich humorvoll in der Ausführung, vorsichtig und mutig in der Pinselführung, subtil politisch und fragil mit wenig Farbgebrauch — oder aber kühn im Farbrausch. „Ich interessiere mich sehr für Farbe und Komposition“ erzählt Höglinger. Einige Werke sind in ihrem Farbgebrauch so kräftig, dass sie beinahe über das Bild hinausgehen, während andere in zwei Farbtönen abgehandelt werden und leere Flächen aufweisen. „Es sind genau jene Werke, die Mut erfordern“ so Katharina. Aus wenig Farbe ergibt sich eine Herausforderung.

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„I feel you alive“

Thematisch bewegt sich die Künstlerin zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, zwischen Vergänglichkeit und der Schwere, sowie Leichtigkeit des alltäglichen Lebens. „I feel you alive“ und „How I imagine Afterlife“ sind Titel ihrer Ausstellungen. Viele Bilder von Katharina Höglinger verweisen auf eine unvollständige Dynamik, der Trägheit, aber niemals etwas Deprimierendes anhaftet. Ein bedrohlicher Scherz, gepaart mit einer Leichtigkeit, die von den BetrachterInnen angenommen werden kann, aber nicht muss. Katharina spielt mit den Prozessen des Kapitalismus unserer Zeit und gefällt sich an der Idee etwas zu erschaffen, das nicht vollkommen greifbar ist. Damit katapultiert sich die Künstlerin in einen politischen Kontext, auch wenn sie eine Kategorisierung ihrer Kunst entschieden ablehnt, denn Begrenzungen und Zuordnungen behindern die Künstlerin mehr, als dass sie ihr dienlich sind. Ihre Werke bewegen sich in einem harmonisierenden Widerspruch. „Please hold my hand, while i’m being radical“. Was radikal erscheint, bedarf Emotionalität. „An mir haftet oft etwas endgültiges“ so Katharina. Es sind diese Befindlichkeiten, die Höglinger in figurativer Form auf Leinwand transportieren kann, nicht gänzlich ihr zugehörig, aber dafür den BetrachterInnen ihrer Bilder wohl bekannt.

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Zu den KünstlerInnen

Stefan Reiterer studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seine kürzlich auf der viennacontemporary 2016 gezeigten Arbeiten wurden von der Sammlung Belvedere erworben. Stefan Reiterers Arbeiten waren bereits in London, Los Angeles, Wien, Berlin und Portugal zu sehen. Zuletzt zeigte er Werke in der Ausstellung: „We are all in Olio“, Gesso Artspace in Wien. In Zusammenarbeit mit Axel Koschier, Saskia Te Nicklin und Bernhard Rasinger betreibt Stefan Reiterer den Kunstraum New Jörg in Wien Brigittenau.

Katharina Höglinger studierte Bildende Kunst und Malerei an der Universität für künstlerische Gestaltung in Linz. Ihre Arbeiten konnten bereits in Paris, Toronto, Wien und Graz gesehen werden. Im Februar 2017 zeigte Höglinger Arbeiten in New York im Rahmen ihrer Ausstellung: „How I imagine Afterlife“. 2017 erhielt sie das Förderstipendium des Walter Koschatzky Kunst-Preises.

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PW-Magazine is a Vienna-based online magazine for contemporary culture. By giving voice to a wide array of cutting-edge personas in art and culture, the magazine promotes diversity and a broad mix of artistic expression. The editorial team is tasked not only with reflecting current cultural production, but also with creating new visual content. The platform works with open structures and attaches great importance to collaborations that create new links between cultural creators and the public.
PW-Magazine was founded in May 2016 by Christian Glatz and Phil Koch.

Contact

editorial@pw-magazine.com

Team

Marie-Claire Gagnon
Christian Glatz
Ada Karlbauer
Phil Koch
Amar Priganica
Julius Pristauz
Laura Schaeffer

Authors

Hannah Christ
Elisabeth Falkensteiner
Wera Hippesroither
Juliana Lindenhofer
Pia-Marie Remmers
Alexandra-Maria Toth