Parallel Vienna Stefan Bidner Marcus Geiger Ohne Titel Parallel Vienna Stefan Bidner Marcus Geiger Ohne Titel
Marcus Geiger, Ohne Titel, 2017, Parallel Vienna
Parallel Vienna Stefan Bidner Foto von Thomas Eisl Parallel Vienna Stefan Bidner Foto von Thomas Eisl
Foto von Thomas Eisl
Parallel Vienna Stefan Bidner Foto von Thomas Eisl Parallel Vienna Stefan Bidner Foto von Thomas Eisl
Project Statement von New Jörg, Liesl Raff und Andreas Waldén. Foto von Thomas Eisl

Parallel Vienna: Stefan Bidner im Interview

September 22, 2017
Text by Christian Glatz
Parallel Vienna Stefan Bidner Marcus Geiger Ohne Titel
Marcus Geiger, Ohne Titel, 2017, Parallel Vienna

Es ist Halbzeit in den Räumlichkeiten der Alten Sigmund Freud-Universität. In einer ruhigen Minute beantwortete Stefan Bidner, der künstlerische Leiter der Parallel Vienna, unsere Fragen zur fünften Ausgabe der Kunstmesse.

Die Parallel Vienna wurde vorgestern offiziell eröffnet. Können Sie nun durchatmen?

Nein, nach der Parallel ist vor der Parallel.

Die Parallel Vienna lässt sich nur schwer einordnen, wie würden Sie das Großereignis in einem Satz beschreiben?

Mit den Worten von der Galeristin Ursula Krinzinger: „die Parallel Vienna ist eine Institution“.

Parallel Vienna Stefan Bidner Foto von Thomas Eisl
Foto von Thomas Eisl

Sie waren erst sechs Jahre lang Kurator im Kunstraum Innsbruck und sind nun seit 7 Jahren in Wien aktiv. Wie hat sich die Situation für zeitgenössische Kunst in den letzten Ihrer Meinung nach entwickelt?

Als ich vor 7 Jahren nach Wien berufen wurde, war eine Aufbruchsstimmung (21er Haus, Neubesetzungen im MUMOK und in der Kunsthalle, etc.) spürbar, die aber schnell wieder verebbte und uns veranlasste, die Wiener Art Foundation und die Plattform Parallel Vienna zu gründen. Die großen Häuser kümmern sich zu wenig um die Szene und das Fehlen junger Galerien war lange spürbar.

Die Parallel Vienna bietet nicht nur jungen KünstlerInnen, sondern auch weltbekannten Künstlern wie Hermann Nitsch und Erwin Wurm eine Bühne. Was ist die Idee dahinter?

Der rote Faden der Parallel Vienna ist es, junge und etablierte Künstler zusammen auszustellen. Das ist für beide Seiten fruchtbar: Die Jungen können von den Etablierten lernen und die Etablierten lernen von den Jungen.

Die kuratorischen Großevents Biennale und Documenta wurden heuer eher negativ rezipiert. Die Zeit titelte sogar »Schafft die Kuratoren ab«. Wenn wir postulieren, dass das Publikum genug von Kuratorenshows hat, was wäre die Alternative?

Sobald sich Kuratoren zu wichtig nehmen und mit ihren vertrackten Konzepten einen zu großen Eingriff in die Show machen, leidet die Gesamtschau. Ich halte auch das Konzept von „curated by_vienna“ für obsolet, weil die Kuratoren zu sehr im Vordergrund stehen.

Dieses Jahr fiel euch die Locationsuche besonders schwer, könnten der Parallel Vienna irgendwann die Orte ausgehen?

Ich hoffe nicht.

Parallel Vienna Stefan Bidner Foto von Thomas Eisl
Project Statement von New Jörg, Liesl Raff und Andreas Waldén. Foto von Thomas Eisl

Wie wichtig sind Sammler für die Parallel Vienna?

Sie sind ein wichtiger Teil der Kunstproduktion.

Kann eine Kunstmesse auch politisch sein?

Kann Politik eine Kunstmesse sein?

Welchen der vielen Räume darf man auf keinen Fall übersehen?

Da es eine Gesamtschau ist, ist jeder Raum sehenswert. Am besten mit dem Lift in den 10. Stock, um dort mit der dichten Präsentation der 22 Artist Statements zu beginnen und sich dann von oben nach unten zu arbeiten.

Vielen Dank!

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