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Constanze Schweiger at New Jörg

„The night The Book of Bean opened in New York was the night of the blackout. Remember? It happened two hours before things were going to begin.“ erinnert sich Alison Knowles in einem Interview mit George Quasha. In jener Nacht im Juli 1977, während einer Hitzewelle, in einem Moment in dem sich für New York City eine schwere Wirtschaftskrise abzeichnete, fiel überall in der Stadt der Strom aus. Bis in den nächsten Tag hinein wurde geplündert, randaliert und Feuer gelegt. Die ganze Stadt befand sich in einem Zustand von Auflösung und Durchdringung. Am Abend dieser Nacht also veröffentlichte Allison Knowles eine ihrer Buchskulpturen; ein Buch so groß wie ein sehr kleines Haus, mit übermenschengroßen Seiten, um die man gehen, sie bewegen, durch sie hindurch steigen und zwischen denen man Zeit verbringen konnte.

Der Anstoß zu der Skulptur Untitled (convey Regular, convey Regular Italic) kam im März vergangenen Jahres von Gabriele Lenz, der Gestalterin der Schrift convey. Um 10 Meter Baumwollstoff mit der convey zu bedrucken, sind sechs Texte entstanden, in denen ich Ideen zu den Vorgängen Lesen, Schreiben und Veröffentlichen von Alison Knowles, Gertrude Stein, Friedericke Mayröcker, Yoko Ono, Tavi Gevinson und Hannah Black aus verschiedenen Lesequellen nacherzähle. Der Entwurf dazu ist mittlerweile für die Produktion fertiggestellt und eine andere, gleich lange Stoffbahn ist mit Kurkuma gefärbt und im Ausstellungsraum zum Trocknen aufgehängt. Dort wird der gefärbte Stoff bis zum Ende der Ausstellung über die Einwirkung von Sonnenlicht seine Farbe verändern. Und wenn die Texte dann endlich wie ein Muster auf den Stoff der Arbeit Untitled (convey Regular, convey Regular Italic) gedruckt und geliefert sind, wird dieses Material neben den gefärbten Stoff aufgehängt, um nach seiner Ausstellung in Stücke geschnitten zu werden und um anders verwendbare Objekte daraus zu produzieren, wie zum Beispiel Taschen, in die man alles mögliche oder einfach Bücher hineintun und mit sich tragen kann.

Seit März 2016 ist einiges passiert und manches fühlt sich deutlich anders an. Hier um mich und draussen in der Welt finden kritische Veränderungen statt, die noch lange nicht abgeschlossen sind und mich beeinflussen. Bei meiner Recherche für diesen Ausstellungstext finde ich zufällig einen Satz aus dem Interview von Alison Knowles und George Quasha, der in der Fassung, die ich besitze, fehlt. In dem Satz meint Quasha, wir alle würden mit unseren Körpern Spuren hinterlassen, unsichtbare Pollen auf den Seiten für die, die danach kommen.

Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Constanze Schweiger at New Jörg
Title: Kurkuma, convey. Our limbs leave invisible pollen on the pages
Artist: Constanze Schweiger
Date: May 12 - 26, 2017
Venue: New Jörg, Jägerstraße 56, 1200 Wien

Photos by the artist

www.newjoerg.at

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PW-Magazine is a Vienna-based online magazine for contemporary culture. By giving voice to a wide array of cutting-edge personas in art and culture, the magazine promotes diversity and a broad mix of artistic expression. The editorial team is tasked not only with reflecting current cultural production, but also with creating new visual content. The platform works with open structures and attaches great importance to collaborations that create new links between cultural creators and the public.
PW-Magazine was founded in May 2016 by Christian Glatz and Phil Koch.

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