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»Places to fight and to make up« Anna-Sophie Berger at mumok

Anna-Sophie Berger at mumok
Portrait of Anna-Sophie Berger in the exhibition Places to fight and to make up

Places to fight and to make up
Anna-Sophie Berger

Artist: Anna-Sophie Berger (*1989 in Vienna, lives and works in Vienna)

Curator: Marianne Dobner

Duration: October 22, 2016 - January 29, 2017

Location: mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Anna-Sophie Berger (geb. 1989 in Wien) ist die erste Preisträgerin des Kapsch Contemporary Art Prize, einer Auszeichnung zur Förderung junger Künstler_innen mit Lebensmittelpunkt in Österreich, die 2016 von der Kapsch Group gemeinsam mit dem mumok ausgelobt wurde. Der Preis ist dotiert mit 5.000 Euro sowie einer Einzelausstellung im mumok, zu der eine Publikation erscheint. Zusätzlich wird eine Arbeit von der Kapsch Group für die Sammlung des mumok angekauft.

Die Ausstellung Places to fight and to make up widmet sich grundlegenden Fragen der Kommunikation. Dabei stehen die Einflüsse der modernen Kommunikationsmedien auf die Dialog- und Diskursfähigkeit unserer Gesellschaft, die Interaktion von Mensch und Objekt sowie der Umgang mit Gegenständen und deren Aufbewahrung im Mittelpunkt der gezeigten Arbeiten. Objekte besitzen für Berger zahlreiche Bedeutungen – sogenannte Kapazitäten –, die sich erst in Wechselwirkung mit ihrem jeweiligen Umfeld ausbilden.

Der permanente Informationsfluss scheint heutzutage schier unendlich. Unsere Informationsverarbeitung erfolgt oft assoziativ und intuitiv. Inwieweit haben digitale Kommunikationsprozesse Auswirkungen auf unseren Dialog in der realen Welt? Agieren wir ungeduldiger, unaufmerksamer oder gar uninteressierter?

Die für das mumok konzipierte, ortsspezifische Installation zeigt als zentrales Element zwei gegenüberstehende Parabolspiegel aus Beton, die einem kaum frequentierten Kinderspielplatz des dritten Wiener Gemeindebezirks entnommen und in die spezifische Öffentlichkeit des Museums überführt werden. Es handelt sich dabei um ein Spielgerät für Kinder, das über einen akustischen Effekt Kommunikation ermöglicht: „Schall lässt sich ebenso fokussieren wie Wasser und Luft, Licht oder Wärme. Was in normaler Lautstärke im Mittelpunkt des Spiegels gesprochen wird, lässt sich sowohl im dreißig bis vierzig Meter entfernten, gegenüberliegenden Spiegel als auch an jedem beliebigen Punkt entlang der Schallachse wahrnehmen. Dadurch werden am Parabolspiegel physikalische Phänomene erfahrbar.“ (Moser Spielgeräte GmbH)

Obwohl diese Art der Interaktion stark an das Kommunikationsverhalten heutiger Generationen erinnert – ständig mit allen und allem vernetzt zu sein –, soll die Installation nicht als Kritik verstanden werden, sondern vielmehr als ein Verweis auf Orte, an denen Dialog möglich wird. Je nach Lage erhält das Objekt eine spezifische Neubewertung: von einem zweckentfremdeten, mit Graffiti besprühten Spielobjekt zum Kunstobjekt und wieder zurück. Die Parabolspiegel erzählen zudem eine ihnen „eingebrannte“ Geschichte: Zweimal jährlich werden sie gereinigt, nur um sogleich von ihren Nutzer_innen wieder als Kommunikationsplattform verwendet zu werden.

Die Arbeit Pea Earring (2015) bildet das fragile Gegenstück zum massiven Parabolspiegelpaar. Es handelt sich dabei um einen Ohrring aus einem Erbsensamen, der von einer klauenförmigen Silberfassung umrahmt wird. Das dekorative Schmuckstück führt den Gedanken der sicheren Aufbewahrung weiter. Anna-Sophie Berger hebt das Potenzial des Objekts hervor, indem sie auf die Fähigkeit des Samens verweist, Leben und Nahrung zu spenden.

Die beiden Papierarbeiten choicest relic (1) und choicest relic (2) (2016) zeigen Wasserflecken auf weißem Papier, die wie konservierte Überreste aus dem öffentlichen Raum erscheinen. Erneut steht der Aufbewahrungsgedanke im Vordergrund. Konkret handelt es sich hierbei um Spuren früherer Arbeiten Bergers, die durch das Auflegen eines nassen Mantels entstanden sind. Der Titel wurde von der Künstlerin frei nach Samuel Beckett adaptiert. Der Schriftsteller beschreibt damit den hilflosen Versuch einer Gesellschaft, ihre eigenen Spuren zu idealisieren und zu historisieren. Die Ironie daran: Bereits die Auswahl des vermeintlich wertvollsten Relikts trägt eine subjektive Wertung in sich.

Anna-Sophie Berger konzipierte im Rahmen ihrer Ausstellung Places to fight and to make up ein Künstlerbuch mit dem Titel Manual, das als Bestandteil und Erweiterung der musealen Installation zu verstehen ist. Mit Texten von Anna-Sophie Berger, Marianne Dobner und Tess Edmonson.

Anna-Sophie Berger at mumok
Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
Anna-Sophie Berger at mumok
Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
Anna-Sophie Berger at mumok
Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
Anna-Sophie Berger at mumok
Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
Anna-Sophie Berger at mumok
Anna-Sophie Berger, Trivial Pursuit, 2013, Haarfilz, Faden / Fur felt, thread, 35 cm x 35 cm x 10 cm
Anna-Sophie Berger at mumok
Anna-Sophie Berger, Drunk or Dead?, 2016, Papier, Bleistift, Weinflasche, Olivenöl, Dosenbohnen, Marzipan Figur, Eisengewichte, Salz, Whiskey, Betonhand, Balsamico Essig, Marillenmarmelade / Paper, pencil, wine bottle, olive oil, whiskey,, balsamic vinegar, canned beans, apricot jam, marzipan figurine, concrete hand, iron weights, salt, 230 x 120 cm
Anna-Sophie Berger at mumok
Anna-Sophie Berger, Drunk or Dead?, 2016, Papier, Bleistift, Weinflasche, Olivenöl, Dosenbohnen, Marzipan Figur, Eisengewichte, Salz, Whiskey, Betonhand, Balsamico Essig, Marillenmarmelade / Paper, pencil, wine bottle, olive oil, whiskey,, balsamic vinegar, canned beans, apricot jam, marzipan figurine, concrete hand, iron weights, salt, 230 x 120 cm
Anna-Sophie Berger at mumok
Anna-Sophie Berger, Spider’s Drawings (necklace), 2016, Klarsichthülle, Papier, Bleistift / Sheet protector, paper, pencil, 21 x 29 cm Spider’s Drawings (handcuffs), 2016, Klarsichthülle, Papier, Bleistift / Sheet protector, paper, pencil, 21 x 29 cm
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
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Ausstellungsansicht / exhibition view, Anna-Sophie Berger. Places to fight and to make up, Kapsch Contemporary Art Prize 2016, mumok, Wien, 22. Oktober 2016 bis 29. Jänner 2017
Anna-Sophie Berger at mumok
Anna-Sophie Berger at mumok
Anna-Sophie Berger, Atlas, 2016, Aufkleber / Sticker, 10 x 15 cm

Photos: mumok / Klaus Pichler

www.anna-sophie-berger.com

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PW-Magazine is a Vienna-based online magazine for contemporary culture. By giving voice to a wide array of cutting-edge personas in art and culture, the magazine promotes diversity and a broad mix of artistic expression. The editorial team is tasked not only with reflecting current cultural production, but also with creating new visual content. The platform works with open structures and attaches great importance to collaborations that create new links between cultural creators and the public.
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