Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer
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Foto von Zara Pfeifer
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Foto von Zara Pfeifer
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Foto von Zara Pfeifer

Zara Pfeifer in Alt-Erlaa: »Du, meine konkrete Utopie«

October 20, 2016
Text by Marie-Claire Gagnon & Amar Priganica
Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer

»Man macht diese Tür auf und weiß gar nicht, was man erwarten soll«. PW-Magazine hat sich mit Zara Pfeifer getroffen, um über ihr Langzeitprojekt »Du, meine konkrete Utopie« im Wohnpark Alt-Erlaa zu sprechen.

Fotografin Zara Pfeifer lebt und arbeitet in Wien. Im Rahmen ihres Architekturstudiums an der Akademie der Bildenden Künste hat sie die Fotografie als Werkzeug entdeckt um Architektur zu diskutieren.

Ihre ersten Arbeiten veröffentlichte sie vor allem auf vor allem auf Tumblr und Flickr, wodurch sie sich recht schnell etablieren konnte. Es folgten Publikationen bei Girls on Film und Pogo Books, sowie zahlreiche Ausstellungen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und den USA.

Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer

Wie bist du auf Alt-Erlaa aufmerksam geworden?

An der Akademie hatten wir ein Forschungsprojekt, das »Big! Bad? Modern:« hieß. Darin ging es um die Nachkriegsmoderne. Diese Zeit in der Architektur interessiert mich total. In Alt-Erlaa haben wir eine Führung gemacht. Ich war fasziniert von dem Bau und auch davon, dass die BewohnerInnen so glücklich sind. Man sagt die Wohnzufriedenheit sei sehr hoch. Das ist hängengeblieben und dann wollte ich mir das mal genauer anschauen.

Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer

Wie hast du es als außenstehende Person geschafft in den Wohnpark zu gelangen?

Das war gar nicht so einfach. Es ist schon sehr abgeschottet, man kommt da nur mit Chip rein und die BewohnerInnen kennen sich alle untereinander - vom Sehen zumindest.
Ich habe mich für eine Führung durch die Müllanlagen angemeldet. Dadurch habe ich dann auch erfahren, dass es zahlreiche Vereine gibt - unter anderem auch einen Fotoclub. Jeder dieser Clubs hat einen Abend, an dem sich alle treffen. Zu dem Fotoclubabend bin ich dann einfach mal mit meiner ganzen Ausrüstung hingegangen. Dort habe ich dann auf ein Meer weißer Haare geblickt. Die überwiegend älteren Herren waren natürlich total perplex, dass da plötzlich so eine junge Frau stand. Das Erste, was sie mich gefragt haben, war: »Wos host für a Kamera?«. Und dann habe ich ihnen meine Kamera gezeigt, woraufhin sie meinten: »Na analog kommst net weit«.
Ich bin aber einfach drangeblieben und habe ihnen meine ersten Fotos von den Müllanlagen gezeigt. Dann haben sie mich auch ernst genommen und gesehen, dass ich schon fotografieren kann. Danach bin ich jeden Mittwoch hingegangen.
Eine Frau meinte dann, dass ich sie zum Theaterclub begleiten soll. Und so ist das ganz natürlich gewachsen.

Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer
Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer

Also müssen die BewohnerInnen Alt-Erlaa theoretisch gar nicht verlassen?

Das Prinzip dieser Stadt in der Stadt ist, dass alles vor Ort ist. So war das Konzept dieser Wohnsiedlungen aus den 70ern. Du hast also die ganze Infrastruktur vor Ort - Ärzte, Einkaufmöglichkeiten, Schwimmbäder, Schulen und so weiter. Vor allem die älteren BewohnerInnen genießen es, dass sie nicht für jede Kleinigkeit mit der U6 in die Innenstadt fahren müssen.
Außerdem ist Alt-Erlaa super in Schuss gehalten. Es gibt Haustechniker, die man anrufen kann, wenn irgendwas ist. Da kommt dann jemand und kümmert sich um die kleinen Probleme im Haus.

Was wurde denn in Alt-Erlaa richtig gemacht?

Ich finde die Gemeinschaftsräume super zugänglich. Die können einfach mit dem Aufzug erreicht werden, weil sie im Gebäude sind. Es wäre etwas anderes, wenn die zusammengefasst in einem Zentrum außerhalb der Wohnkomplexe wären. Dann wäre die Hemmschwelle dort hinzugehen gleich viel größer. Außerdem sind die Wohnungen sehr privat, man hat keinen Einblick zu den Nachbarn. Durch dieses Private kann auch das Gemeinschaftliche so gut funktionieren.
Die Dachbäder auf allen Gebäuden sind außerdem absolute Lebensqualität. Ich war da auch schon ein paar Mal schwimmen und es ist nie wirklich überfüllt. Ein Schwimmerlebnis mit so einer Aussicht ist echt was Besonderes.

Mit Zara Pfeifer in Alt-Erlaa
Foto von Zara Pfeifer
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Foto von Zara Pfeifer

Hast du mit dem Projekt mittlerweile abgeschlossen?

Ich habe das Gefühl, dass ich da endlos fotografieren könnte. Es gibt so viele Themen. Eigentlich wollte ich alle Clubräume sehen, bevor das Projekt abgeschlossen ist. Es fehlen noch einige Räume, wie zum Beispiel die der Parteien. Die SPÖ, ÖVP, FPÖ und den ein oder anderen Club habe ich noch nicht gesehen. Man macht diese Tür auf und weiß gar nicht, was man erwarten soll. Da wird man schon süchtig nach.

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Julius Pristauz
Laura Schaeffer

Authors

Hannah Christ
Elisabeth Falkensteiner
Wera Hippesroither
Juliana Lindenhofer
Pia-Marie Remmers
Alexandra-Maria Toth