Young Art Spaces MAUVE © Laura Schaeffer

Young Art Spaces: MAUVE

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Young Art Spaces MAUVE © Laura Schaeffer

In der Reihe „Young Art Spaces“ geben euch Amar Priganica und Marie-Claire Gagnon einen Einblick in die dynamische Landschaft der jungen Räume für zeitgenössische Kunst in Wien.

Young Art Spaces MAUVE © Laura Schaeffer
Lukas Thaler und Titania Seidl

Was ist MAUVE? 

MAUVE ist ein künstlerisches und kuratorisches Projekt von Titania Seidl und Lukas Thaler. Wir betreiben einen Ausstellungsraum im dritten Bezirk.

Wie sieht die Aufgabenverteilung bei euch aus?

Wir teilen unsere Aufgaben stets geschwisterlich untereinander auf.

Wie positioniert ihr MAUVE in der Wiener Kunstszene? Was macht euren Space besonders und wie grenzt ihr euch ab?

Begriffe wie Positionierung und Abgrenzung sind uns in diesem Zusammenhang fremd. Wir wollen mit MAUVE nicht zwingend eine Marke produzieren. Strategien der Positionierung, beziehungsweise Alleinstellung interessieren uns weniger, für uns steht die Entwicklung eines konzentrierten, qualitativ hochwertigen Programms im Vordergrund. Dabei sehen wir MAUVE als Beitrag zu einer diskursiven Ausstellungsproduktion und nicht als Gegenmodell zu etablierten Formen.

Wie sieht das MAUVE Programm aus? Auf was blickt ihr zurück und was können wir in der Zukunft erwarten?

Wir arbeiten seit unserer Gründung 2012 sowohl mit in Österreich lebenden als auch internationalen KünstlerInnen zusammen. Dabei hat sich das Medium der thematischen Gruppenausstellung als für uns Interessantestes herausgestellt. Dabei gibt es immer einen inhaltlichen Bezug zu unserer eigenen künstlerischen Produktion. Wir sehen die Ausstellungen als Teil unserer Arbeit, sowohl als Recherche-Tool, als auch als einen verlängerten Arm.

Zur Zeit bearbeiten wir über eine Reihe von Ausstellungen hinweg die Sichtbarkeit und Ausformulierung der Beziehung zwischen Künstlerinnen und den Objekten, die sie produzieren. Dabei behaupten wir das Kunstwerk als Avatar seines Produzenten / seiner Produzentin.

Wir organisieren zwischen 6 und 10 Ausstellungen jährlich. Neben den Ausstellung in Wien zieht sich unser Programm auch durch die Ausstellungen, die wir im Ausland kuratieren. In der Vergangenheit haben wir bereits Projekte bei Drop City, Newcastle, Club Pro Los Angeles und Poppositions, Brüssel umgesetzt. Neben unseren zukünftigen Projekten im nächsten Jahr in Wien freuen wir uns darauf, Ausstellungen bei Gallery Celine, Glasgow, Material Art Fair, Mexico City und Fettes College, Edinburgh umzusetzen.

Worauf setzt ihr euren Fokus bei der Auswahl der KünstlerInnen?

Unser kuratorischer Prozess beginnt meist bei Arbeiten, die wir inhaltlich und ästhetisch interessant finden, und führt uns erst im zweiten Schritt zu den KünstlerInnen, mit den wir zusammenarbeiten. Im Zuge unserer Recherchen ist uns der kritische Austausch mit den KünstlerInnen über ihre Praxis besonders wichtig. Dieser zieht sich meist über mehrere Projekte.

Gibt oder gab es bisher irgendwelche Schwierigkeiten oder Probleme – seien es die Behörden oder die allgemeine Stimmung in Wien?

Bisher hatten wir das Glück, das unser Projekt großteils durch die öffentliche Hand finanziert wurde, so konnten wir ein ambitioniertes und international ausgerichtetes Programm realisieren. Allerdings ist es jedes Jahr aufs Neue ein Zittern um die Weiterführung von MAUVE im nächsten Jahr.

Warum ist gerade Wien aktuell so ein spannender Ort um Ausstellungen zu gestalten?

Wien war sicher schon immer ein interessanter Ort. Wir versuchen, mit unseren Ausstellungen einen Beitrag dazu zu leisten, damit das auch so bleibt.

Young Art Spaces MAUVE © Laura Schaeffer
Young Art Spaces MAUVE © Laura Schaeffer
The Hand Refrains, Installation View, MAUVE, 2017
The Hand Refrains, Installation View, MAUVE, 2017
The Hand Refrains, Installation View, MAUVE, 2017
The Hand Refrains, Installation View, MAUVE, 2017

Text von Amar Priganica und Marie-Claire Gagnon
Fotos von Laura Schaeffer und MAUVE

MAUVE
Löwengasse 18
1030 Wien

www.mauve-vienna.com