Ankathie Koi Foto von Luca Fuchs

Ankathie Koi: „Großer Pop braucht großen Mut“

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Ankathie Koi Foto von Luca Fuchs
Foto: Luca Fuchs, Fotoassistent: Rosa Hassfurther, Styling: Anna Rubner, Stylingassistent: Elisa Alberti, Look: Petar Petrov.

Mit viel Sexyness, Humor und großen Gesten zelebriert Ankathie Koi den 80s-Synthpop. Wir haben die in Wien lebende Musikerin zum Interview getroffen.

Ankathie Koi ist von der Ernsthaftigkeit in der Musikbranche gelangweilt. Sie selbst huldigt in ihrem Album I Hate the Way You Chew dem Hedonismus und garniert das Ganze mit einer großen Portion Selbstironie. In der Welt des 80s-Pop findet die ausgebildete Jazz-Sängerin die nötige Mischung aus Glamour und Trash-Chic für die Inszenierung ihrer Synth-Power-Balladen.

Im Interview spricht Ankathie Koi über die Popstadt Wien und erzählt warum sie für Kollaborationen nur noch wenig Zeit hat. Für PW-Magazine hat Fotograf Luca Fuchs die Musikerin in Kleidern von Petar Petrov abgelichtet.

Wer ist Ankathie Koi?

Eine wilde Frisur mit einem großem Maul und offenem Herzen.

Was verbindet dich so stark mit den 80er Jahren?

Ich bin seit jeher der Meinung, dass Musik, die man in sehr jungen Jahren zu hören bekommt, einen nachhaltig stark beeinflusst. Meine Eltern waren noch recht jung als sie mich bekamen und hörten beide die neueste Popmusik aus den 80ern, laut im Wohnzimmer, tanzend – das war extrem toll für mich und hat sich eingeprägt.

Ankathie Koi Foto von Luca Fuchs
Foto: Luca Fuchs, Fotoassistent: Rosa Hassfurther, Styling: Anna Rubner, Stylingassistent: Elisa Alberti, Look: Petar Petrov.

Vertrittst du als Musikerin eine gesellschaftliche Vision?

Wir sollten uns eingestehen, dass wir „es“ nur alle gemeinsam herausfinden werden. Keine Trennung untereinander. Keine Wertungen mehr nach Geschlecht. Stattdessen mehr Offenheit, Vertrauen, Verständnis.

Von Falco, über Bilderbuch, zu Ankathie Koi. Was macht Wien zur Popstadt?

Großer Pop braucht großen Mut. Den haben die Leute hier wieder. Ein wohliges „was haben wir schon zu verlieren“ ohne sich in allzu viel Gekünsteltheit zu verlieren. Die Liebe zu dieser Stadt ist zu spüren, das macht es aus, denke ich.

Ankathie Koi Foto von Luca Fuchs
Foto: Luca Fuchs, Fotoassistent: Rosa Hassfurther, Styling: Anna Rubner, Stylingassistent: Elisa Alberti, Look: Petar Petrov.

Humor scheint für dich eine elementare Rolle zu spielen. Wieviel Humor verträgt Popmusik?

Kann gar nicht genug sein finde ich. Ich bin schnell gelangweilt von zu viel Ernsthaftigkeit. Warum fürchten sich manche so davor? Es kann ja in jede Richtung gehen: zynisch, albern, grotesk, doof… Humor hat so viele Seiten.

Herausstechend sind auch deine perfekt inszenierten Musikvideos. Wie wird aus einem Song ein Video?

Oft ist es die scheinbar absurdeste Idee, die sich am besten umsetzen lässt. Und oft dient meine manchmal etwas unkonventionelle Art den Regisseuren schon genug als Inspiration, mir diverse Rollen überzustülpen.

In der Vergangenheit hast du mit dem „Black Palms Orchestra“ und „Powernerd“ zusammengearbeitet. Sind solche Kooperationen auch in der Zukunft geplant und welche Bedeutung haben sie für dich?

In nächster Zeit werde ich nicht mehr so viel Zeit mehr haben für Kooperationen, das nächste Album steht an! Sprich, wer mich bis jetzt noch nicht geschnappt hat, wird keine Chance mehr haben, lol. Nein, Quatsch, ich muss mal schauen. Falls etwas ganz Unwiderstehliches daherkommt, kann ich vermutlich eh nicht nein sagen. Kooperationen sind schon sehr wichtig für mich, ich pflege eine gute „crop rotation“ sozusagen, das fördert die Kreativität und lässt einen nicht so einseitig denken.

Zusammen mit Judith Filimónova bildest du das Duo Fijuka. Der letzte musikalische Output wurde im Jahr 2015 veröffentlicht. Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Alles ist möglich.

Ankathie Koi Foto von Luca Fuchs
Foto: Luca Fuchs, Fotoassistent: Rosa Hassfurther, Styling: Anna Rubner, Stylingassistent: Elisa Alberti, Look: Petar Petrov.

Was kannst du uns über die Entstehung deines im April erschienenen Album „I Hate The Way You Chew“ erzählen?

Ich bin immer noch sehr, sehr stolz auf dieses Album. Entstanden als Quadrumvirat. Mit den besten Leuten zusammen in einem sehr heißen Sommer. Es ist ein Kleinod. Werden noch mehr Leute merken, bald!

Welche MusikerInnen faszinieren dich momentan?

Ich habe in letzter Zeit viel Billy Idol gehört irgendwie – zum ersten Mal in meinem Leben. Ich wusste nicht, dass der so unfassbar viele gute Songs geschrieben hat. Ich bin eine totaler Stimmen Fetischistin! Seine Stimme ist wie ein glänzender, metallischer, jedoch sehr rauer Stein… mhhh, schön.

Ankathie Koi Foto von Luca Fuchs
Foto: Luca Fuchs, Fotoassistent: Rosa Hassfurther, Styling: Anna Rubner, Stylingassistent: Elisa Alberti, Look: Petar Petrov.

Was würdest du gerne mal in einem Interview loswerden?

Hört auf mit dieser bescheuerten Sprache „vong“ und „bims“ und so. Ich kotz mich an, es ist nicht mehr lustig, war es nur beim ersten oder zweiten Mal. Oder vielleicht sogar noch nie. Wie wärs mal wieder mit ein bisschen lesen? Rechtschreibung ist sexy!

Wie geht es mit Ankathie Koi weiter?

Total gut, würd ich sagen!