Young Art Spaces Pina Laura Schaeffer

Young Art Spaces: Pina

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Young Art Spaces Pina Laura Schaeffer

In der Reihe „Young Art Spaces“ geben euch Amar Priganica und Marie-Claire Gagnon einen Einblick in die dynamische Landschaft der jungen Räume für zeitgenössische Kunst in Wien.

Young Art Spaces Pina Laura Schaeffer
Bruno Mokross und Edin Zenun

Was ist Pina und wie ist es entstanden? Worin lag die Motivation einen Young Art Space zu gründen?

Pina ist ein nichtkommerzieller, staatlich geförderter Ausstellungsraum im 4. Bezirk Wiens. Wir beide haben bereits in den Jahren vor der Gründung des Kunstraumes unabhängig Ausstellungen an wechselnden Orten organisiert. Durch Zufall hat sich ergeben, dass wir die Räumlichkeiten in der Großen Neugasse übernehmen konnten und uns hat die Möglichkeit gereizt, unseren Ausstellungen einen festen örtlichen und zeitlichen Rahmen zu geben. Wir sind gespannt, was sich daraus entwickeln wird.

Was sind eure Aufgaben bei Pina?

Wir haben keine feste Aufgabenverteilung. Von Projekt zu Projekt übernehmen wir beide verschiedene Aufgaben. Dazu gehören vor allem die Programmierung, Ausstellungsauf- und Abbau, Pressearbeit und die Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen und dem Publikum.

Wie positioniert ihr Pina in der Wiener Kunstszene? Was macht euren Space besonders und wie grenzt ihr euch ab?

Wir legen unseren Fokus auf Vernetzung und Austausch mit beziehungsweise zwischen österreichischen und internationalen Positionen. Unser Hauptanliegen ist, die Künstler und Künstlerinnen, mit denen wir zusammenarbeiten, bei der Entwicklung und Produktion ihrer Projekte durch Einsatz der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu unterstützen und damit ihre jeweiligen Positionen zu stärken.

Wie sieht das euer Programm aus? Auf was blickt ihr zurück und was können wir in der Zukunft erwarten?

Für unsere bisherigen Ausstellungen seit unserer Gründung im Februar haben wir den Großteil der KünstlerInnen direkt eingeladen. Andere Shows sind in Zusammenarbeit mit Kuratoren und Kuratorinnen, wie etwa Cory Scozzari, Betreiber von Cordova in Barcelona, oder Antonia Lia Orsi entstanden. Im Dezember 2017 wird eine Ausstellung von Layet Johnson eröffnet, der von der Wiener Bildhauerin Angelika Loderer eingeladen wurde.

Worauf setzt ihr euren Fokus bei der Auswahl der KünstlerInnen? 

Wir zeigen in Einzel- und Gruppenausstellungen eine Mischung aus lokalen und internationalen KünstlerInnen aus dem Umfeld verschiedener Kunsthochschulen sowie gefestigtere Positionen.

Gibt oder gab es bisher irgendwelche Schwierigkeiten oder Probleme – seien es die Behörden oder die allgemeine Stimmung in Wien? Warum ist gerade Wien trotzdem aktuell so ein spannender Ort um Ausstellungen zu gestalten?

Die allgemeine Stimmung in der Wiener Kunstszene ist zur Zeit lebhaft und motiviert, die Bedingungen zur Kunstproduktion sind einzigartig und wir haben den Eindruck, dass im Gegensatz zu anderen Großstädten die Strukturen nicht auf Konkurrenz, sondern auf gegenseitiger Unterstützung aufbauen. Allerdings wird das Klima teilweise zu Recht auch als relativ unkritisch beschrieben. Oft wird ein engagierterer Kunstdiskurs vermisst und man bleibt schnell in einer Art unbekümmerten Bequemlichkeit hängen. Durch den aktuellen politischen Rechtsruck wird sich auch im Kulturbetrieb vieles ändern und wir hoffen, dass rechtzeitig Mittel gefunden werden, um mit der Situation umzugehen und ihr kollektiv entgegenzuwirken.

Young Art Spaces Pina Laura Schaeffer
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Young Art Spaces Pina Laura Schaeffer

Text von Amar Priganica und Marie-Claire Gagnon
Fotos von Laura Schaeffer

Pina
Große Neugasse 44
1040 Wien

www.pinavienna.eu