Utopia 3000

Utopia 3000 und die Sehnsucht nach dem Nicht-Ort

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Utopia 3000

Mit Utopia 3000 startet kommenden Freitag ein Format, das den Club in seinen Möglichkeiten als Stätte soziopolitischer und konzeptueller Erweiterung und Veränderung aufzeigen und fördern möchte.  

Der Club als gesellschaftlicher Mikrokosmos stellt einerseits nicht nur ein Abbild vorhandener hegemonialer Strukturen und Rollenbilder dar, sondern birgt gleichzeitig auch das Potential, alternative Modelle im geschützten Raum zu leben. Hinter Utopia 3000 steht ein Konzept, welches weder ortsgebunden, noch personengebunden sein soll und damit als übergreifender Rahmen für die Idee des Clubs als konkrete Utopie fungieren möchte. Kollaboration und Austausch sind darin ein zentraler Aspekt. Die Programmierung und die Realisierung folgen dabei drei Grundsätzen, welche in einem Manifest dargelegt sind, sich gleichermaßen an Veranstalter*Innen, Künstler*innen und Besucher*Innen richten und einen Raum frei von hierarchischen und patriarchalen Strukturen schaffen sollen.

Vergangenen Sommer veröffentlichte Mitinitiatorin Hannah Christ eine Studie, die ein desolates Ungleichgewicht im Geschlechterverhältnis bei Bookings im Bereich elektronischer Musik offenbarte. Häufig konfrontiert mit der Rechtfertigung, es gäbe zu wenig Frauen, die man buchen könne, war die Gründung der Plattform femdex eine notwendige Konsequenz. Die starke Resonanz, welche der Artikel bei uns im PW-Magazine nach sich zog und der rege Zulauf in der femdex Facebook-Gruppe, stärkten die Idee, den Anspruch nach Egalitarismus selbst konzeptionell umzusetzen. Im Austausch mit anderen ProtagonistInnen der Wiener Clubkultur entstand der Entwurf zu Utopia 3000.

Kapitel I: 22.00 – 1.00 Uhr

DJWarzone live

Der in Wien lebende Künstler DJWarzone, der auch unter seinen Pseudonymen Cihad Johnson oder DJ Ranzig bekannt ist, wird für Utopia 3000 ein experimentelles Live Set darbieten, das eine Schnittmenge zwischen Dungeon Synth und Industrial darstellt. Damit kreiert der Künstler eine klangliche Wirklichkeit, die durch einen starken Einsatz von dröhnenden Atmosphären und Black Metal Ästhetik gekennzeichnet ist.

Haskii

Die aus Belgrad stammende Videokünstlerin, Fotografin und Industriedesignerin Milica Balubdžić, die zuletzt an einer eigens für die Wiener Festwochen verfassten Arbeit „Sonata in Ш“ zusammen mit Jung an Tagen und Battle-ax gewirkt hat, wird diesen Abend unter ihrem Pseudonym Haskii mit einem stimmungsvollen DJ Set einläuten. Darüber hinaus hat sie die graphische Gestaltung des Utopia 3000 Sujets verwirklicht.

Ursu live

Bekannt ist Ursula Winterauer aka Ursu auch als Sängerin und Bassistin von Ash my Love. Die Mitbegründerin und Chefin des Labels Ventil Records, welches vorrangig für experimentelle zeitgenössische Musik steht, gibt bei Utopia 3000 ihr live Solo-Debüt. Im nächsten Jahr soll der Release ihres Solo-Projekts zum Abschluss kommen.

Kapitel II: 1.00 – 6.00 Uhr

Oko DJ

Marine Tordjmann, bekannt als OKO DJ, ist Radio Host, DJ und Produzentin mit Lebensmittelpunkt in Paris. Als Host ihrer monatlichen Show Pu$$y Nightmare auf LYL Radio spannt sie mit ihren weiblichen Gästen einen Bogen von EBM und Industrial über New Wave zu experimentelleren Gefilden. Mit ihrer Crew Bruits de La Passion widmet sie sich im Format Synchronisme ou Barbarie einem ebenso musikalisch sehr breiten Spektrum und beweist damit ihre künstlerische Vielschichtigkeit. Als Produzentin kollaborierte sie mit GAM aka Colectivo Vandalismo (Eye for an Eye) und Madteo (via Black Orpheus).

Zwei der vier Initiatorinnen, Minou Oram und Misonica, werden das zweite Kapitel mit DJ Sets umrahmen, die sich zwischen Acid, Electro, EBM und industriellen, technoiden Leftfield Klängen bewegen.

Text von Anna Hoffer

Hier geht es zum Event: Facebook-Link. Wer in Zukunft eine Utopia 3000 Veranstaltung kuratieren möchte, kann sich per Mail an femdex@gmx.at wenden.