ImPulsTanz Amanda Pina Daniel Zimmermann nadaproductions WAR Photo nadaproductions

The Ultimate Guide to ImPulsTanz Festival 2017

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Amanda Pina / Daniel Zimmermann / nadaproductions: WAR (Ein Kriegstanz). Foto von nadaproductions.

Vom 13. Juli bis 13. August findet heuer zum 33. Mal das ImPulsTanz Festival statt. PW-Magazine empfiehlt 15+ Programmpunkte.

Das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival präsentiert in seinem Performanceprogramm einen Querschnitt der zeitgenössischen Tanzszene in all ihren Facetten. Fünf Wochen lang zelebrieren tausende TänzerInnen, ChoreografInnen und DozentInnen aus aller Welt zeitgenössischen Tanz in Wien.

ImPulsTanz steht nicht nur für Performances, sondern auch für Workshops, Research Projekte und das soçial-Programm. Internationale ChoreografInnen treffen auf „zukunftsweisende Produktionen von Newcomern, die in der Serie [8:tension] Young Choreographers‘ Series ihren festen Platz im Festival gefunden haben“.

Aus den unzähligen Aufführungen, die in den unterschiedlichsten Spielstätten veranstaltet werden, haben wir für euch 15+ Programmpunkte ausgesucht und kurz vorgestellt:

Jan Fabre

ImPulsTanz Jan Fabre Belgian Rules Belgium Rules Photo Maarten Vanden Abeele
Jan Fabre: Belgian Rules / Belgium Rules. Foto von Maarten Van den Abeele.

Jan Fabre, dem dieses Jahr ein besonderer Schwerpunkt im Festival gewidmet ist, eröffnet mit seiner einmaligen Soloperformance I am A Mistake (Uraufführung!) am 13. Juli im Leopold Museum das Festival. Dort sind auch Fabres „Visionen, Ideen, Ausgeburten, Objekte, Denkmodelle und Dokumente“ unter dem Titel STIGMATA – Actions & Performances 1976–2016 zu sehen. Im Stück Belgian Rules / Belgium Rules „pflügt der Universalkünstler durch Mythen und Realitäten Belgiens“, „[…] das Land der Surrealisten“.

Homage to Kazuo Ohno

ImPulsTanz Takao Kawaguchi About Kazuo Ohno Photo Teijiro Kamiyama
Takao Kawaguchi: About Kazuo Ohno. Foto von Teijiro Kamiyama.

„Kazuo Ohno, geboren 1906 und ursprünglich ausgebildet in Modern Dance, gründete in den 1960er Jahren gemeinsam mit Tatsumi Hijikata den Butoh [ein Tanztheater ohne feste Form]. Als einer der ganz Großen dieses „Tanz der Finsternis“, trat er weltweit bis ins Jahr 2007 auf. Er starb im Jahr 2010 im Alter von 103 Jahren.“ Bei freiem Eintritt zeigt eine Ausstellung im Odeon Theater Bilder, Kostüme und Zeichnungen aus dem Nachlass des Jahrhundertkünstlers.

„Takao Kawaguchi, ehemaliges Mitglied des Künstlerkollektivs Dumb Type, hat ganz eigene, von Videos abgeleitete Versionen der wichtigsten Kazuo Ohno-Tänze zu einem queeren, kontroversen Abend zusammengestellt“: About Kazuo Ohno.

Catherine Diverrès wiederum tanzt in ihrer Hommage an Kazuo Ohno selbst „in Erinnerung an ihre intensive Zusammenarbeit mit dem Sensei (Meister) Anfang der 1980er Jahre“. Im weiteren Verlauf der Performance „lässt Diverrès eine Stimme wiederauferstehen, mit der sich die Tänzerin wie im Duett bewegt“: O Senseï & Stance II.

Elina Maligina: The development of interdependence

ImPulsTanz Elina Maligina The development of interdependence Photo Artis Dzerve
Elina Maligina: The development of interdependence. Foto von Artis Dzerve.

„Die lettische Künstlerin Elina Maligina stellt sich als Virtuosin unheimlicher Bilder vor, die durch ihre stilisierte, ins Künstliche gesteigerte und ins Absurde geführte Perfektion irritieren. Hier in Form einer Zirkulation von Wechselbeziehungen inmitten virtueller Gespenster der Natur.“ Die Installation ist an zwei Tagen für jeweils 8 Stunden im Leopold Museum zu sehen.

Samira Elagoz: Cock, Cock.. Who’s There?

ImPulsTanz Samira Elagoz Cock Cock Whos There Photo Nellie De Boer
Samira Elagoz: Cock, Cock... Who's There? Foto von Nellie De Boer.

Die Dokumentar-Performance beschäftigt sich mit Phänomenen der Gewalt und Intimität im Internet. „Offensiv, hemmungslos witzig, tief berührend und formal schlicht virtuos“ nimmt Samira Elagoz den Zuschauer mit auf eine „persönliche Recherche über drei Kontinente“ und zeigt „Gender-Verhältnisse in ihrer brutalen und wunderbaren Ambivalenz“.

Ola Maciejewska: Bombyx Mori

ImPulsTanz Ola Maciejewska Bombyx Mori Photo Martin Argyroglo
Ola Maciejewska: Bombyx Mori. Foto von Martin Argyroglo.

„Für ihr glamouröses Stück hat die Pariser Choreografin Ola Maciejewska den Seidenspinner-Schmetterling (Bombyx mori) […] als spektakuläres Tanzkostüm entdeckt: Bewegung als Wechselwirkung zwischen Körper und Objekt.“

Anne Juren: Anatomie

ImPulsTanz Anne Juren Blind Spot Photo Karolina Miernik
Anne Juren: Blind Spot. Foto von Karolina Miernik.

Die Performance der Künstlerin Anne Juren fordert die Fantasie des Publikums: sehende, blinde und sehbehinderte Personen sind eingeladen zu einem „Tanz durch den eigenen Körper in einer Choreografie der Vorstellungskraft“.

Noch mehr Empfehlungen

ImPulsTanz Marie-Caroline Hominal The Triumph of Fame Photo Marie-Caroline Hominal
Marie-Caroline Hominal: The Triumph of Fame. Foto von Marie-Caroline Hominal.

„Eine One-on-one-Begegnung, in der es um den Sieg des Berühmtseins über den Tod und um die Überwältigung dieses Sieges durch die Zeit geht“: The Triumph of Fame von Marie-Caroline Hominal.

„Für die Ausstellung Woman zur feministischen Avantgarde der 70er Jahre im mumok entwickelt Christine Gaigg vor Ort ein performatives Statement“ und liefert mit fickt euch doch ins knie „einen Beitrag zu sexueller Identität und Ermächtigung“.

Die Performance As We Were Moving Ahead Occasionally We Saw Brief Glimpses of Beauty (in process) von Gaëtan Rusquet „umfängt ihr Publikum wie ein medialer Leib, dem metronomische Geräte seinen Takt angeben“.

In Everything Fits in the Room von Simone Aughterlony & Jen Rosenblit „sollen rhythmische Zauberkräfte helfen“, die unbeherrschbare Ökologie des Raumes zu ordnen.

Der Protagonist von Ian Kalers Uraufführung LIVFE „führt in die Welt aus autobiografischen Geschichten, Träumen und Erlebnissen“.  Zu Live-Klängen von rRoxymore tanzen „Silhouetten im Dialog zwischen Vergangenheiten und dem Jetzt“.

ImPulsTanz festival lounge

ImPulsTanz Mavi Phoenix by Lukas Gansterer

Wenn der Tag zur Neige geht, öffnet die ImPulsTanz festival lounge ihre Türen. Hier finden sich KünstlerInnen und ZuschauerInnen zusammen, kommen ins Gespräch und tanzen bis in den Morgen. Bei freiem Eintritt präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets. Wir empfehlen besonders die Eröffnungsnacht mit einem Konzert von Mavi Phoenix.

Hier kann man weiter im vielfältigen Programm des Festivals stöbern. Nicht zu verachten ist auch das breite Angebot an Workshops und Research Projekten. PW-Magazine wünscht viel Spaß beim diesjährigen ImPulsTanz!

Text von Christian Glatz