Mavi Phoenix by Luca Fuchs

Mavi Phoenix träumt
von der Stadt der Engel

Interviews By
Mavi Phoenix by Luca Fuchs
Photo by Luca Fuchs, Styling by Max Märzinger, H&M by Daniela Janesch, Shirt: Stylist's own.

Mavi Phoenix ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Wir trafen die junge österreichische Musikerin zum Interview samt Fotoshooting.

Mavi Phoenix ist die jüngste Hoffnung des österreichischen Feuilletons auf einen Platz im Pophimmel. Sie selbst scheint das nicht besonders zu interessieren. Ihre Welt ist das Internet und beeinflusst wird sie vom amerikanischen Hip-Hop. Im gegenwärtigen Austropop funktioniert Mavi Phoenix als Gegenentwurf zu vom Lokalkolorit geprägten Musikern wie Voodoo Jürgens, Yung Hurn oder Wanda. Geboren in Linz, begann sie bereits im Alter von elf Jahren, Musik zu komponieren. Mittlerweile ist sie 21 Jahre alt, wurde für zwei Preise bei den Amadeus Awards nominiert, tourte mit Bilderbuch und sorgte mit ihrer EP „Young Prophet“ auch im Ausland für Furore.

Im März ist deine erste EP „Young Prophet“ erschienen. Welches Lob hat dich am meisten berührt und welche Kritik besonders getroffen?

Ich kann nicht sagen, dass es ein bestimmtes Lob war, welches mich besonders berührt hat, aber ich glaube, dass die EP international gut ankommt. Alles ist ernster geworden und ich habe erste richtige Fans gewonnen — das ist für mich das größte Lob.

Wenn ein Lied Kritik bekommen hat, dann war es am ehesten noch Love Longtime, vor allem wegen dem Autotune und dem Pop. Zu dem stehe ich aber, insofern hat es mich nicht richtig tangiert.

Wenn man deine Musik hört, ohne dich zu kennen, würde man nicht auf die Idee kommen, dass du aus Österreich kommst. Kannst du dir vorstellen ins Ausland zu gehen? Wenn ja, welche Stadt würdest du dir aussuchen und warum?

L.A. würde mir gut gefallen. Als ich dreizehn war, war ich mit meinem Vater dort und irgendwie hat die Stadt ihre Anziehungskraft auf mich nie verloren…

Für eine Musikerin ist das sicher eine wenig überraschende Antwort: Es würde mich sehr reizen, den Wahnsinn, der in L.A. passiert, und die Inspirationen, die man dort bekommt, zu erleben. Ich habe auch das Gefühl, dass es dort noch einmal einen ganz anderen Stellenwert hat, Musiker zu sein. Es ist dort viel normaler, als beispielsweise in Linz, wo dich jeder kennt. Und ich mag den amerikanischen Vibe!

Mavi Phoenix by Luca Fuchs
Photo by Luca Fuchs, Styling by Max Märzinger, H&M by Daniela Janesch, Look: Hvala Ilija.
Mavi Phoenix by Luca Fuchs
Photo by Luca Fuchs, Styling by Max Märzinger, H&M by Daniela Janesch, Look: Hvala Ilija.

Du warst dieses Jahr mit Bilderbuch zwei Wochen durchgehend auf Tour. Wie würdest du deine Erlebnisse beschreiben?

Die Erfahrungen, vor allem auf der Bühne, waren wirklich toll! Aber es war auch sehr anstrengend… Als ich wieder zu Hause war, habe ich erstmal einige Zeit gebraucht, um runter- und anzukommen. An jedem Tag der Tour war ich sehr aufgeregt. Man fühlt sich so ausgeklinkt von der echten Welt, das war arg, aber auch irgendwie geil.

Beste „Food Experience“ auf der Tour?

Als wir alle in der Nacht noch gemeinsam Pizza bestellt haben, hatte ich eine geile Margherita!

Wie sieht ein freier Tag im Leben von Mavi Phoenix aus?

Für mich ist ein freier Tag ein Tag ohne Konzert. Aufstehen, kurz mein Handy checken und dann ins Studio in Linz zu Alex (Anmerkung: Alex the Flipper). Oder ich chille einfach wirklich und denk mir dann am Abend: Eigentlich hätte ich einen Song schreiben können.

Ein Track deiner letzten EP heißt „Aventura“. Was war dein letztes Abenteuer?

Letztens hab ich mit Freunden stundenlang DKT (Anmerkung: Das kaufmännische Talent) gespielt. Adrenalin pur!

Mavi Phoenix by Luca Fuchs
hoto by Luca Fuchs, Styling by Max Märzinger, H&M by Daniela Janesch, Jacket: Louise Stressler.
Mavi Phoenix by Luca Fuchs
Photo by Luca Fuchs, Styling by Max Märzinger, H&M by Daniela Janesch, Look: Hvala Ilija.

Welchen Stellenwert hat das Internet für dich?

Das Internet ist ein Teil von mir, ich bin sicher jede Stunde kurz online und checke ständig irgendetwas. Ich muss das auf jeden Fall wieder einschränken!

Was ist für dich die wichtigste Social-Media-Plattform?

Auf jeden Fall Instagram. Facebook ist uncool geworden und interessiert mich auch nicht mehr.

Mavi Phoenix by Luca Fuchs
Photo by Luca Fuchs, Styling by Max Märzinger, H&M by Daniela Janesch, Shirt: Stylist's own, Pants: Mila Petrova.

Bitte nenne uns vier Lieder für vier unterschiedliche Gefühle oder Situationen.

Wenn ich motiviert bin „DNA“ von Kendrick Lamar. Wenn ich traurig bin, höre ich extra keine Musik, aber wenn ich traurige Musik hören will, dann „With or Without You“ von U2. In der Karaoke Bar würde ich „Hips don’t lie“ von Shakira und im Supermarkt „Texas“ von Inner Smile wählen.

In 50 Jahren habe ich…

…hoffentlich noch etwas mit Musik zu tun. Vielleicht nehme ich ja mal ein Jazz Album auf oder so.

Text von Angie Shahira Pohl
Fotos von Luca Fuchs