Lady Mataya Waldenberg by Laura Schaeffer

Lady Matayas fantastischer Pfad aus der Düsternis

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Lady Mataya Waldenberg by Laura Schaeffer

Mataya Waldenberg aka Lady Mataya ist Performance-Künstlerin und Musikerin. Wir haben uns mit ihr über ihr neues Album, Fantasy und ihre Inspirationsquellen unterhalten.

Mataya Waldenberg studiert seit 2012 Experimentelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz, konzentriert sich aber mittlerweile auf die Bereiche Performance, Fotografie und Video. Ihr Fokus liegt auf Themen wie Gender und dem Platz des Menschen in der Gesellschaft. Außerdem produziert sie Musik und veröffentlichte im Februar 2016 ihr Debütalbum „The Fantastic Tale“. Im Dezember trat sie im Celeste auf und weckte mit ihrer außergewöhnlichen Präsenz und Musik unser Interesse. So folgte ein Fotoshooting mit Laura Schaeffer und ein Gespräch, um mehr über sie und ihre Bühnenfigur „Lady Mataya“ zu erfahren.

Lady Mataya Waldenberg by Laura Schaeffer
Lady Mataya Waldenberg by Laura Schaeffer

Wer ist Lady Mataya und wer ist Mataya Waldenberg?

Lady Mataya und Mataya Waldenberg sind wie Sailor Moon und Usagi/Bunny Tsukino. Usagi Tsukino ist das Mädchen, das sich in Sailor Moon verwandelt, um dunkle Mächte zu bekämpfen. Ihre Kräfte saßen schon immer in ihr, aber erst nach dem Besuch einer sprechenden Katze lernt sie Schritt für Schritt mit ihnen umzugehen und sie zu meistern.

Mataya Waldenberg bin ich im Alltag und in meiner Arbeit als Künstlerin im Allgemeinen – wenn ich an Beats arbeite, Synthesizer arrangiere, ein Video schneide, fotografiere…

Wenn ich performativ auftrete bin ich Lady Mataya. Sie ist Teil meiner Person und Teil meiner künstlerischen Arbeit. Da meine Musik aber nicht nur aus meinen Auftritten besteht, habe ich meine Tracks generell mit „Mataya Waldenberg” versehen. Die Auftritte sind einfach deren Erweiterung.

Erzähle ein wenig davon, wie dein Album “The Fantastic Tale” entstanden ist.

Musik ist für mich ein Werkzeug, um mit Herausforderungen, Emotionen und dem Leben an sich umzugehen. Daher habe ich immer ein starkes Bedürfnis, Musik zu machen – ich arbeite sehr intuitiv. Ich habe das Album begonnen, um mich von einer schweren Zeit zu heilen – Schritt für Schritt. Das Lied, das ich als erstes aufgenommen habe, ist der Opener “It’s All In My Head”, während “Martini’song” als letztes entstanden ist.

Der Anfang des Albums klingt für mich wie eine nackte Seele, die allein im Universum schwebt. Der achte Track auf dem Album, “Martini’song”, hat einen Beat aufgebaut, der vorwärts treibt – es ist viel ausgefüllter und man ahnt schon, wo es hingehen wird. Die anderen neun Songs beschreiben den Weg zwischen Anfang und Ende.

In einem Text von dir steht, dass Fantasywelten dir in deiner Jugend als Zufluchtsort dienten. J.R.R. Tolkiens „Silmarillion“ hatte es dir besonders angetan. Wie wichtig sind diese Welten heute noch für dich und deine Arbeit?

Die Geschichten aus dem „Silmarillion“ sind für mich jetzt, was sie auch für die Charaktere in den Büchern der „Herr der Ringe“ sind: Legenden, Erinnerungen aus einer früheren Zeit.

Ich habe sie künstlerisch in einigen meiner frühen Arbeiten sehr intensiv behandelt. Sie waren ein Katalysator, um das, was sie in mir widerspiegelten, nach außen tragen zu können.

Neuere Welten, wie beispielsweise die des Anime-Franchises „Evangelion“ interessieren mich heute mehr. Darin werden Dinge behandelt, die im „Silmarillion“ so nicht explizit zur Sprache kommen — etwa Sexualität, Psychologie und Philosophie.

Fantasy-Welten äußern sich besonders in meinem visuellen Stil. Ästhetik und Styles können Emotionen übermitteln. Wenn ich den Look eines Elben habe, kann ich mich verbunden fühlen mit dem, was diese Figuren in Tolkiens Werken emotional repräsentieren. Zusätzlich ist es ein Identifikationsmerkmal, was mir hilft, geistesverwandte Menschen zu treffen.

Wo findest du musikalische Inspiration?

In Bezug darauf bin ich wirklich sehr eklektisch unterwegs. In gewisser Hinsicht fühle ich mich in meiner Arbeitsweise mit Björk verbunden: Ich wähle aus verschiedensten Musikrichtungen die Elemente, die mir gefallen und verbinde sie neu. Ich mache Musik, weil ich etwas hören will, was ich derweil in der Welt noch nicht finden kann.

Ich liebe die Verträumtheit von Trance und habe eine Affinität für Timbalands trommelnde Beats –  brauche aber auch die ehrliche “Gefühlsuppe“ von J-Pop-Queen Utada Hikaru, den Soul von Annie Lennox und die schräge Zärtlichkeit von Kate Bush. Ich höre Lieder in den verschiedensten Sprachen – von trashigem Pop bis hin zu sehr experimentellen Richtungen. Musik soll die fantastische Welt in mir nach außen bringen, mit all den Elementen, die mich beeinflussen.

Was sind deine Ziele als Künstlerin?

Meinen Platz in der Welt zu finden und so viele Leute wie möglich mit meinen künstlerischen Ergüssen zu erreichen. Nur wenn man die richtigen Menschen findet, kann man sich auch zuhause fühlen.

Woran arbeitest du zur Zeit? Was können wir von Lady Mataya in diesem Jahr erwarten?

Nach dem positiv-verträumten Stil von “The Fantastic Tale” arbeite ich nun an deutlich dunkleren und komplexeren Stücken mit kraftvollen Beats. In meiner Musik kann ich düstere Welten besuchen, weil ich nun stark genug bin, es durchzustehen und sogar in der Lage, daraus Kraft zu schöpfen. Düsternis kann eine unglaubliche Schönheit beherbergen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Lady Mataya Waldenberg by Laura Schaeffer
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Text von Christian Glatz
Fotos von Laura Schaeffer

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