Samuel Schaab, Repeat All, unttld contemporary

Artwork of the Month: Samuel Schaab’s Invisible Memory

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Samuel Schaab, Repeat All, unttld contemporary
Courtesy Galerie unttld contemporary

Die Reihe „Artwork of the Month“ lädt zur näheren Betrachtung einer in Wien ausgestellen Arbeit ein. Elisabeth Falkensteiner schreibt warum sie bewegen und was sie bedeuten können.

Samuel Schaab
Invisible memory,
2017

Limestone, programed moving light, pressure sprayer

Alle Arbeiten in der Ausstellung „Repeat all“ von Samuel Schaab sprechen zu- und verweisen aufeinander. In einem zirkulärem System befinden sich Bild, Ton, Text, Materie und Licht.
In der Installation „Invisible memory“ thront unbeweglich in der Mitte des Schauspiels ein abgetragener Stein. Die tote und dennoch geschichtsträchtige Materie des Steins, gleich einem Archiv von gespeicherten aber nicht sichtbaren Informationen und Erinnerungen aus Urzeiten, wird von oben dramatisch beleuchtet oder eben auch beschattet. Ein Scheinwerfer tastet langsam den Raum ab, findet den befeuchteten Stein, den Lautsprecher, bescheint die leere Ecke, den Wassersprüher, die Rostflecken und wirft wieder Schatten. Neugierig wandert das Licht und fokussiert die Dinge im Raum, wendet sich sogleich wieder ab, ähnlich einem Such-Spiel.

Samuel Schaab, Repeat All, unttld contemporary
Courtesy Galerie unttld contemporary

Aus einem Lautsprecher spricht eine Stimme endlose Sequenzen aus Wörter, Wörter die für eine Zeitlichkeit und Bewegung stehen: repeat, future, send, word, change, history, machine, memory, audience, time, rhythm.
Spricht die Stimme zum Stein? Macht er sich die Wörter zu eigen? Werden Erinnerungen eingesprochen? Kann der Stein etwa hören oder ist die Kommunikation nur eine einseitige und handelt es sich um einen vergeblichen Versuch der Mitteilung?
Ein Versuch einen Kreislauf von toter und untoter Materie, Dauer und Vergänglichkeit, Licht und Schatten, Informationen und Feedbackschleifen darzustellen. Materie wird von Menschen manipuliert (beleuchtet, besprochen, beschrieben und bewässert) und mit Bedeutung aufgeladen. Aus einem scheinbar statischem Archiv, werden widerum neue Informationen entlockt, es entstehen immer neue/andere Verweise, Bedeutungs- und Wahrnehmungszusammenhänge.

Text von Li (Elisabeth Falkensteiner)

Die Ausstellung „Repeat all“ ist noch bis zum 25. Februar in der Galerie unttld contemporary zu sehen.