All diese Gewalt

All diese Gewalt: „Mich bewegt es, tief in etwas einzutauchen“

Interviews By
All diese Gewalt
Cover von All diese Gewalt "Welt in Klammern (Addendum)"

Max Rieger ist Sänger und Gitarrist der Postpunk-Band „Die Nerven“. Nebenher produziert er Musik für sein Soloprojekt „All diese Gewalt“. In den letzten zwei Jahren sind so über 160 Tracks entstanden. Die einzelnen Stücke setzen sich oftmals aus mehr als hundert Tonspuren zusammen. Anders als bei der Band „Die Nerven“ schlägt Max Rieger mit „All diese Gewalt“ ruhigere Töne an: düster, dramatisch und spannungsgeladen. Im Rahmen des Pop-Kultur Berlin Festivals, stellten wir dem umtriebigen Stuttgarter ein paar Fragen.

Wann hast du begonnen mit dem Computer als Musikinstrument zu arbeiten?

Es war auf jeden Fall kein Zufall. Ich war 14, hatte einen Linux und dafür gab es einen gratis App-Store. Dort habe ich mir zum Beispiel „Audacity“ und einen Drumcomputer namens „Hydrogen“ heruntergeladen. Zusammen mit einem Headset-Mikrofon und meiner Akustikgitarre, habe ich dann angefangen Songs aufzunehmen.

Was inspiriert dich?

Schwer zu sagen. Das kann alles sein. Musik, Filme, Bücher oder auch Gefühle, die ich in mir trage.

Könntest du dir auch vorstellen deutschsprachige Texte für deine Songs zu schreiben?

Ja, das könnte ich mir auf jeden Fall vorstellen. Aber bis jetzt gibt es tatsächlich nur Englischsprachige.

Ich würde deine Lieder als melancholisch und düster beschreiben. Hast du auch eine fröhliche Seite an dir?

Mich bewegt es, tief in etwas einzutauchen. Ich möchte die Menschen bewegen. Bei heiterer Musik, pralle ich an ihnen ab.

Wie schätzt du Social-Media in Bezug auf dein künstlerisches Schaffen ein?

Ich glaube, es hat sowohl seine Vor- als auch Nachteile. Es geht nicht mehr ohne das Internet, ganz klar. Man muss eben versuchen das Internet sich zu eigen zu machen. Ich habe definitiv auch schon viele Vorteile daraus gezogen.

Würdest du dich als subkultureller oder popkultureller Künstler einordnen?

Ich würde mich ungern als subkultureller Künstler einordnen. Eher als Popkünstler, obwohl ich weiß, dass alles was ich mache eher im subkulturellen Rahmen stattfindet.

Was verstehst du unter dem Begriff Pop?

Pop ist für mich Musik, die von Leuten gehört werden kann. Eigentlich kann Pop alles sein, wenn man ihm bloß die Möglichkeit dazu gibt. Ich glaube, dass viele Menschen nur die Musik hören, die ihnen vorgesetzt wird. Produktionen, die mit großem Werbebudget arbeiten können und überall gespielt werden. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass jede Art von Musik ganz vorne mit dabei sein kann.

Was machst du nach dem Aufstehen als Erstes?

Kaffee trinken, Mate trinken und rauchen.

Bekommst du da keinen Koffeinschock?

Das klappt schon!

Wenn du heute in den Flieger steigen könntest, wohin würdest du fliegen?

Nach Südafrika.

Warst du schon einmal in Wien?

Ja, schon mehrfach. Ich komme zwar nicht ganz dahinter was diese Stadt ist, aber mir gefällt es dort eigentlich ganz gut.

Was wird man in Zukunft von dir hören?

Derzeit arbeite ich an einem neuen Album mit meiner Band „Die Nerven“ und an der nächsten „Drangsal“-Platte, die beide nächstes Jahr erscheinen werden. Es wird auch ein weiteres „All diese Gewalt“-Album geben, aber erst im Jahr 2019.

Text von Elisabeth Brandauer